20 Jahre Elbhochwasser

Geschrieben am 21. November 2022.

In einer neuen Serie in der AQUA betrachten wir das Thema Hochwasser und starten mit dem Elbhochwasser aus 2002 sowie seinen Auswirkungen.

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August 2002, die Elbe tritt über die Ufer und das sächsische Innenministerium richtet ein Hilfeersuchen an den Freistaat Bayern. Ein Ersuchen, das zu einem Vollalarm für das Bayerische Rote Kreuz und damit auch für die Wasserwacht-Bayern führte. Mehr als 1.840 BRK-Einsatzkräfte und 650 Fahrzeuge waren daraufhin mehr als 14 Tage im Einsatz. Sogar eine „Rettungswache Bayern“ wurde in Sachsen eingerichtet. Die größte Ursache des Hochwassers der Elbe im August 2002 war ein Tiefdruckgebiet, das am 11. August 2002 von Süden nach Deutschland und Tschechien hineinzog. Es sorgte dort für ein Ansteigen der Donau und ihrer Nebenflüsse. Tagelang hatte es geregnet, was zu einer sogenannten Vb-Wetterlage geführt hatte. Diese ist besonders im Sommer mit hohen Niederschlagsmengen verbunden. Jedoch hat nicht jede Vb-Wetterlage derart verheerende Auswirkungen, wie im August 2002 an der Elbe.

In diesem Jahr jährt sich das Hochwasser an der Elbe zum zwanzigsten Mal. Ein trauriges Jubiläum und doch hat auch in diesem Fall jede Medaille zwei Seiten. Auf der einen stehen die Hochwasser-Schäden und die vielen Schicksale, die es gefordert hat. Auf der anderen stehen die Veränderungen, die erst durch das Hochwasser in Gang gebracht wurden. Was sich bis heute bewährt hat, ist eine Vor-Ort-Lagebewertung sowie die Abstimmung mit den zuständigen Katastrophenschutz-Behörden, um dann gezielte Unterstützung einzuleiten. In verfeinerter Version kam dies beim Hochwasser-Einsatz im Ahrtal in 2021 zum Einsatz. Eine der Lehren für die Wasserwacht-Bayern war damals die Einführung der hubschraubergestützten Wasserrettung (HgWR). Sie hat ihren Ursprung im Hochwasser 2002, wurde seitdem aufgebaut und ist heute ein wichtiger Teil der Wasserrettung. So wurde aus dem Hochwasser das Sprungbrett für die HgWR.

Weiterhin wurden aufgrund des Elbe-Hochwassers die Wasserrettungszüge vom Freistaat Bayern aufgestellt. Ein wichtiger Schritt, um strukturierter und organisierter agieren zu können. Durch in sich geschlossene Einheiten in Zug- und Verbandsstärke können Einsatzkräfte flexibel eingesetzt werden. Ein Wasserrettungszug (WRZ) besteht dabei aus Zugführer*in, Zugtrupp, Logistiktrupp und zwei Wasserrettungsgruppen. Diese bestehen wiederum aus je einem Tauch- und Bootstrupp. Optional können Luftretter*innen hinzugezogen werden. Die Wasserwacht-Bayern stellt 5 der 19 Wasserrettungszüge im Freistaat.

In den nächsten Ausgaben der AQUA berichten wir über die Entstehungsmöglichkeiten von Hochwasser-Lagen und beleuchten die HgWR genauer.