Schwimmen für Alle - ein soziales Projekt für Kinder

Fast 200 Kinder aus sozialschwachen Familien haben in den vergangenen zwei Jahren mit der Wasserwacht-Bayern kostenfrei das Schwimmen gelernt. Möglich macht es eine Kooperation mit der Restaurantkette NORDSEE, die Patenschaften für die Kinder übernimmt. Bei einem Pressetermin in Neumarkt wurde das Projekt vorgestellt, unter Mithilfe der Wasserwacht Berg, die Partner-Wasserwacht des Projektes ist.

112 Ertrinkungstote 2015, 91 Tote 2016. Und auch heuer sind wieder zahlreiche Menschen in bayerischen Gewässern ums Leben gekommen – oft auch, weil sie nicht Schwimmen konnten. Mit seinen über 60.000 aktiven ehrenamtlichen Mitgliedern hat die Wasserwacht-Bayern die Aufgabe, aktiv gegen den Ertrinkungstod zu kämpfen. Was ist dabei besser, als Menschen, allen voran Kindern, das Schwimmen beizubringen? Über 25.000 Schwimmabzeichen werden jedes Jahr bei der Wasserwacht im Freistaat abgelegt, weit über 10.000 Kinder kommen dabei das erste Mal mit dem Element Wasser in Berührung. „Schwimmen ist eine Grundfertigkeit, die jeder beherrschen sollte“, meint deshalb auch Saskia Fuhrmann, stellvertretende Vorsitzende der Wasserwacht in Bayern.

 

Doch nicht jede Familie kann sich einen Schwimmkurs leisten. Deshalb hat die Wasserwacht-Bayern eine Partnerschaft mit der Restaurantkette Nordsee und ermöglicht unter dem Slogan „Schwimmen für Alle“ Kindern aus sozialschwachen Familien die kostenfreie Teilnahme an Schwimmkursen. Heuer gab es schon Kurse in Forchheim, Berg, Kempten, Thannhausen, Holzkirchen, Vilshofen, Thalmässing, Manching, Regenstauf, Rimpar und Metten. Bei einem Pressetermin in Neumarkt wurden die Projekte kurz vorgestellt.

 

„Schwimmen ist mehr als Baden gehen“, stellt Fuhrmann dar und fordert, dass alle in der Gesellschaft, von Schule bis Elternhaus, Schwimmen wieder mehr fördern müssten. „Wir leisten ehrenamtlich unseren Betrag so gut wir können.“ Aber Kooperationen wie mit Nordsee sind dennoch sehr wichtig, um wirklich jeden in Bayern die Chance zu geben, ein guter Schwimmer zu werden. „NORDSEE und Wasser gehören einfach zusammen. Wir wollen insbesondere für sozial benachteiligte Kinder mehr Chancen in unserer Gesellschaft erreichen, Schwimmen zu können ist genauso wichtig wie lesen und schreiben“, unterstreicht deshalb Hiltrud Seggewiß, Mitglied im Aufsichtsrat von Nordsee. Bereits 2014 war das Projekt in Berlin gestartet und bundesweit konnten heuer schon mehr als 800 Kinder gefördert werden. Viele davon haben es bis zum ersten Schwimmabzeichen, dem „Seepferdchen“ geschafft. 

 

Dank kam von den Beteiligten auch an Landrat Willibald Gailler und die Stadt Neumarkt. Dort entsteht derzeit ein Ganzjahresbad, in dem auch an die Bedürfnisse für eine gute Schwimmausbildung gedacht wurde, mit entsprechenden Schwimmbecken. „Das Engagement der Region ist hier mehr als vorbildlich“, lobte Fuhrmann.